Große Maßnahmen wie technische Regenrückhaltebecken können an einem Ort viel Wasser zurückhalten. Für den Wasserhaushalt in der Landschaft sind jedoch viele kleine Maßnahmen oft wirksamer – vor allem, wenn sie gut verteilt sind.
Denn beim Wasserrückhalt kommt es nicht nur auf das Volumen an, sondern darauf, wo und wie Wasser gebremst wird:
Viele kleine Maßnahmen setzen bereits in den oberen und mittleren Bereichen eines Einzugsgebiets an und greifen damit früh im Abflussgeschehen.
Sie verteilen den Rückhalt über die Fläche und auf viele Teilbereiche und bremsen den Abfluss an vielen Stellen gleichzeitig. Dies trägt dazu bei, dass sich große Wassermengen weiter unten weniger stark bündeln. Abflussspitzen können dadurch geringer ausfallen, weil das Wasser unterwegs immer wieder aufgehalten und verzögert weitergegeben wird – statt ungebremst zusammenzufließen.
Hinzu kommt: Dezentrale Maßnahmen lassen sich meist gut in bestehende Nutzungen integrieren und an den jeweiligen Standort anpassen. Sie sind oft weniger eingriffsintensiv und können schrittweise umgesetzt und ergänzt werden.
Große Rückhaltebecken oder ähnliche Bauwerke sind dagegen meist aufwendig in Planung und Abstimmung, benötigen umfangreiche Genehmigungen und sind entsprechend kostenintensiv. Außerdem greifen sie nur an wenigen Punkten im Einzugsgebiet.
Große Maßnahmen haben dennoch ihre Berechtigung – etwa im technischen Hochwasserschutz. Für einen flächigen Wasserrückhalt ist jedoch die Kombination vieler dezentraler Maßnahmen entscheidend.