Themenabend Erosionsvorsorge
Wasserrückhalt beginnt im Boden: Der Themenabend zeigte, wie Erosionsschutz und Maßnahmen die Auswirkungen von Extremwetter verringern.
Am 24. Februar 2026 fand im Rahmen der Schwammregion Soonwald-Nahe ein Themenabend zur Erosionsvorsorge statt.
Der Referent Ulrich Stohl (DLR RNH) machte dabei deutlich: Erosionsschutz und Wasserrückhalt gehören untrennbar zusammen. Was den Boden vor Abtrag schützt, trägt gleichzeitig dazu bei, Wasser in der Landschaft zu halten.
Zunehmende Herausforderungen für die Praxis
Die Rahmenbedingungen für die Landnutzung verändern sich spürbar. Längere Trockenphasen wechseln sich immer häufiger mit Stark- und Dauerregen ab. Für die Bewirtschaftung bedeutet das: Böden müssen sowohl große Wassermengen aufnehmen können als auch in Trockenzeiten Wasser speichern.
Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Nutzungsformen. Ackerflächen reagieren auf intensive Niederschläge oft empfindlicher als Grünland oder Wald – vor allem dann, wenn das Bodengefüge gestört ist.
Der Boden als zentrale Stellgröße
Ein stabiles Bodengefüge mit ausreichend Porenvolumen ist entscheidend für einen funktionierenden Wasserhaushalt. Es ermöglicht, dass Niederschläge versickern, im Boden gespeichert werden und den Pflanzen später wieder zur Verfügung stehen.
Angepasste Bewirtschaftung, Bodenbedeckung und eine intensive Durchwurzelung tragen dazu bei, diese Funktionen zu erhalten oder zu verbessern.
Abfluss verlangsamen und gezielt lenken
Neben dem Boden spielen auch Strukturen in der Landschaft eine wichtige Rolle. Schutzstreifen und Kleinstrukturen können Oberflächenabfluss wirksam abbremsen. Sie reduzieren Erosion und tragen dazu bei, dass weniger Boden, Nährstoffe und Pflanzenschutzmittel abgeschwemmt werden.
Auch Wege und Gräben beeinflussen, wie Wasser abfließt. Sie sind für die Bewirtschaftung wichtig, können aber gleichzeitig Wasser schnell aus der Fläche ableiten. Entscheidend ist daher ein angepasster Umgang: Abfluss sollte möglichst früh wieder in die Fläche zurückgeführt und dezentral gebremst werden, ohne die Funktion bestehender Strukturen zu beeinträchtigen.
Gefährdete Bereiche frühzeitig erkennen
Digitale Werkzeuge wie Erosions-, Boden- und Sturzflutkarten unterstützen dabei, besonders sensible Bereiche zu identifizieren. Sie helfen, Maßnahmen gezielt dort umzusetzen, wo sie die größte Wirkung entfalten können.
Fazit
Wasserrückhalt in der Fläche ist aktiver Bodenschutz und ein zentraler Baustein für den Umgang mit zunehmenden Extremwetterereignissen. Auch wenn Maßnahmen zunächst Aufwand bedeuten, tragen sie langfristig zur Stabilität und Zukunftsfähigkeit landwirtschaftlicher Betriebe bei.
Ein intakter Boden bremst nicht nur den Abtrag, sondern speichert Wasser und stellt es in Trockenphasen wieder zur Verfügung.
Zum Vortrag
Die vollständige Präsentation mit allen Inhalten und Praxisbeispielen finden Sie hier:
Ulrich Stohl – Erosionsschutz und Wasserrückhalt in der Fläche