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Praxisbeispiel

Bodenverbesserung im Weinberg

Begrünte Fahrgassen und der gezielte Aufbau von Humus machen Weinbergsböden widerstandsfähiger gegen Starkregen und Trockenheit.

Gesunde Böden sind die Grundlage für einen nachhaltigen Weinbau, findet das Weingut Forster und setzt daher auf Maßnahmen, die den Humusaufbau fördern, Wasser im Boden speichern und Erosion vermindern.

Artenreiche Zeilenbegrünung

Zwischen den Rebzeilen sät das Weingut im Herbst vielfältige Begrünungsmischungen per Direktsaat ein. Über den Winter binden diese Pflanzen Nährstoffe, schützen den Boden und bauen Biomasse auf. Im Frühjahr werden die Fahrgassen gewalzt, dabei bleiben die strukturgebenden Wurzeln der Pflanzen im Boden erhalten. In jeder zweiten Zeile wird neue Begrünung eingesät, sodass der Boden nahezu ganzjährig bedeckt bleibt.

Die Begrünungsmischung besteht aus mindestens sechs bis sieben Arten, darunter Ackerbohne, Phacelia, Inkarnatklee, Triticale, weitere Gräser und Kräuter. Diese vielfältige Begrünung verbessert die Versickerung, bremst den Oberflächenabfluss und schützt den Boden vor Erosion. Gleichzeitig schafft sie Lebensraum für Insekten und Bodenorganismen.

Humusaufbau mit eigenem Kompost

Aus Pferdemist und Grünschnitt stellt das Weingut eigenen Kompost her, der in den Weinbergen ausgebracht wird. Dieser fördert das Bodenleben, verbessert die Bodenstruktur und erhöht den Humusgehalt. Ein aktiver Boden kann Niederschläge besser aufnehmen und Wasser länger speichern, was in Trockenperioden ein Vorteil ist.

Schonende Bodenbearbeitung

Für die Bodenbearbeitung kommen Geräte zum Einsatz, die den Boden lockern, ohne seine natürliche Struktur übermäßig zu zerstören. Dabei verbleiben die Wurzeln der Begrünung weitgehend im Boden und stabilisieren ihn zusätzlich. So bleibt der Boden locker, gut durchlüftet und weniger anfällig für Abschwemmungen.

So profitiert der Weinberg

Die Kombination aus Begrünung, Humusaufbau und schonender Bodenbearbeitung verbessert die Versickerung von Niederschlägen, reduziert Bodenerosion und stärkt das Bodenleben. Gleichzeitig erhöht sich die Wasserspeicherfähigkeit des Bodens – ein wichtiger Beitrag zur Klimaanpassung im Weinbau.

„Beim Unwetter 2008 wurden in benachbarten Weinbergen große Mengen Boden abgeschwemmt. In unseren begrünten Weinbergen blieb der Boden dagegen weitgehend an Ort und Stelle.“ – Georg Forster

Lage des Praxisbeispiels