Praxisbeispiel
Erosionsschutz am Meckenbacher Hang
Holzkästen stabilisieren den erosionsgefährdeten Steilhang, bremsen abfließendes Wasser und schaffen die Voraussetzung dafür, dass sich der Wald wieder entwickeln kann.
Praxisbeispiel
Holzkästen stabilisieren den erosionsgefährdeten Steilhang, bremsen abfließendes Wasser und schaffen die Voraussetzung dafür, dass sich der Wald wieder entwickeln kann.
Der steile Südhang oberhalb von Meckenbach ist stark geschädigt. Trockenheit, Starkregen sowie eine hohe Verbiss- und Trittbelastung durch Muffelwild haben dazu geführt, dass die Vegetation an vielen Stellen fehlt und der Boden freiliegt. Bei Niederschlägen fließen deshalb Wasser, Schlamm und Geröll schnell in Richtung Ortslage.
Wie ernst die Situation ist, zeigte sich unter anderem 2023: Bei einem einzelnen Starkregenereignis wurden rund 60 Tonnen Geröll und Schlamm in das Dorf gespült. Siehe auch: „Das Hangproblem“
Im Sommer 2026 setzte das Bergwaldprojekt e. V. gemeinsam mit Landesforsten Rheinland-Pfalz und weiteren Partnern Maßnahmen am Hang um. Mehr als 50 Freiwillige arbeiteten dabei über zwei Projektwochen vor Ort. Die Zusammenarbeit wurde durch die Schwammregion Soonwald-Nahe angestoßen, die die beteiligten Akteure zusammenbrachte.
Ein zentraler Baustein sind sogenannte Holzkästen. Dafür werden massive Rundhölzer zu stabilen Stützbauwerken verbunden und in erosionsgefährdeten Bereichen des Hanges eingebaut. Die Konstruktionen geben dem Boden Halt und bremsen zugleich die Fließgeschwindigkeit des oberflächlich ablaufenden Wassers.
Die technischen Maßnahmen allein reichen jedoch nicht aus. Damit der Hang langfristig stabil bleibt, muss sich auch wieder eine möglichst geschlossene Vegetationsdecke entwickeln.
Ein Schutzzaun hält das Muffelwild deshalb aus besonders gefährdeten Bereichen fern. Junge Pflanzen und die natürliche Waldverjüngung bekommen so die Chance, sich wieder zu etablieren. Mit zunehmender Vegetation und Durchwurzelung soll der Boden langfristig stabiler werden.
Die Holzkästen halten Bodenmaterial zurück und bremsen Wasser, das bei starken Niederschlägen den Hang hinabfließt. Gleichzeitig unterstützt die Wiederbewaldung langfristig die natürliche Schwammfunktion des Waldes: Ein gut durchwurzelter und strukturreicher Boden kann Niederschläge besser aufnehmen und Wasser länger in der Fläche halten.
Damit verbindet das Projekt Erosionsschutz, Wasserrückhalt und Starkregenvorsorge. Die Maßnahmen sollen nicht nur einzelne gefährdete Hangbereiche sichern, sondern langfristig dazu beitragen, das Waldökosystem zu stabilisieren und die unterhalb liegende Ortslage zu schützen.