Praxisbeispiel
Naturnahe Entwicklung des Quellbachs bei Simmertal
Totholz, Uferaufweitungen und ein geschwungenerer Bachlauf bremsen den Abfluss und halten Wasser länger im Wald.
Praxisbeispiel
Totholz, Uferaufweitungen und ein geschwungenerer Bachlauf bremsen den Abfluss und halten Wasser länger im Wald.
Südlich des Hungerbergs entspringt ein Quellbach des Zollwieser Grabens, der in den Simmerbach mündet. Zuvor verlief er durch einen dichten Bestand aus Fichten und Douglasien und bot nur wenig Raum für eine natürliche Entwicklung.
Daher wurden entlang des Baches Nadelbäume entnommen. Auch neu aufkommender Nadelholz-Jungwuchs wird regelmäßig entfernt, damit sich langfristig eine naturnahe Ufervegetation entwickeln kann. Vorhandenes Totholz und einzelne gezielt in den Bach gefällte Bäume bleiben als natürliche Strukturgeber erhalten. Stämme, Äste und Wurzelteller lenken die Strömung um, bremsen den Abfluss und fördern einen geschwungenen, kleinräumig wechselnden Bachverlauf.
An einzelnen Stellen wurden zusätzlich Ufer abgeflacht, kleine Auenbereiche geschaffen und der Gewässerzulauf freigelegt. Die teilweise Entnahme von Wurzelstöcken unterstützt außerdem die natürliche Verjüngung von Erlen.
Im nun geschwungeneren Bachlauf fließt das Wasser langsamer ab. Flachere Ufer, kleine Vertiefungen und natürliche Hindernisse sorgen dafür, dass sich das Wasser bei höheren Abflüssen besser in der Fläche verteilen kann und länger zurückgehalten wird.
Die neu entstandenen Strukturen schaffen außerdem vielfältigere Lebensräume im und am Gewässer. Die Maßnahme stärkt damit nicht nur den Wasserrückhalt, sondern auch den örtlichen Biotopverbund.
Projektträger: Kreisverwaltung Bad Kreuznach
Projektpartner: Ortsgemeinde Simmertal und Forstamt Bad Sobernheim
Finanzierung: Ersatzzahlungen über die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz
Laufzeit: 2021 bis 2036