Praxisbeispiel
Renaturierung des Guldenbachs
Vom geradlinigen Bach zum strukturreichen Gewässer
Praxisbeispiel
Vom geradlinigen Bach zum strukturreichen Gewässer
Die Renaturierung des Guldenbachs ist über viele Jahre gewachsen. Seit dem Gewässerpflegeplan der Verbandsgemeinde aus dem Jahr 2001 wurden immer wieder Maßnahmen umgesetzt, um den Bach naturnäher zu entwickeln, seine Eigendynamik zu fördern und neue Lebensräume im und am Wasser zu schaffen.
Beteiligt waren die Verbandsgemeinde Langenlonsheim und der ASV Guldental e.V., der zahlreiche Maßnahmen angestoßen, begleitet und koordiniert hat.
Auf Grundlage des Gewässerpflegeplans wurde unter anderem 2008 das Wehrs unterhalb der Campingplatz-Brücke rückgebaut. Das frühere Querbauwerk wirkt heute nicht mehr als Barriere, sondern lenkt die Strömung.
In den folgenden Jahren wurden weitere Strukturelemente eingebaut: Dreiecksbuhnen, Totholzstämme, Störsteine und Strömungslenker. Sie bringen Bewegung in den Bachlauf, lenken die Strömung in die Uferbereiche und schaffen unregelmäßige Uferlinien, Stillwasserzonen, Kolke und Kiesflächen.
2010 wurden die Wehre bei Bretzenheim und Guldental umgebaut. Damit wurde eine wichtige Grundlage für die Wiederansiedlung von Lachsen und Meerforellen geschaffen.
Dass die Maßnahmen wirken, zeigte sich besonders nach einem Hochwasser im Jahr 2016: Es entstanden neue Kiesanlandungen mit vielfältigen Strukturen. Diese wurden durch den ASV Guldental e.V. in Zusammenarbeit mit der Wasserbehörde als wertvolle Laichplätze gesichert.
Ein großer Entwicklungsschritt folgte 2022. Als Kompensationsmaßnahme für den Radwegebau wurde der Guldenbach auf rund 2,5 Kilometern Länge renaturiert. Maßnahmenträger war die Verbandsgemeinde Langenlonsheim, die Koordination erfolgte gemeinsam mit dem ASV Guldental e.V.
Dabei wurden Uferbefestigungen zurückgebaut und neue Strömungslenker, Strömungstrichter und Geschiebefänge sowie Gewässeraufweitungen und -verschwenkungen realisiert.
Durch die Renaturierung fließt das Wasser nicht mehr gleichförmig ab. Unterschiedliche Strömungen, Kiesbänke, Totholz, flache Ufer und Stillwasserbereiche bremsen den Abfluss und erhöhen die Strukturvielfalt.