Was ist eine Schwammregion?
Ein Konzept für klimaangepassten Wasserrückhalt im Naturpark Soonwald-Nahe
Ein Konzept für klimaangepassten Wasserrückhalt im Naturpark Soonwald-Nahe
Eine Schwammregion nimmt Wasser wie ein Schwamm auf, speichert es und gibt es über einen längeren Zeitraum wieder ab. So steht in Trockenzeiten länger Wasser zur Verfügung, während bei Starkregen Hochwasserspitzen abgemildert werden.
Sie stärkt die Klimaresilienz einer Region, indem sie Trockenheit, Sturzfluten und Hochwasser entgegenwirkt.
Dabei geht es um drei zentrale Prinzipien:
Im Unterschied zur Schwammstadt bezieht sich die Schwammregion nicht nur auf Siedlungsräume, sondern auf ganze Einzugsgebiete – also auch auf Wald, Landwirtschaft, Weinbau, Wege- und Grabensysteme sowie Gewässer.
Das Konzept der Schwammstadt ist bekannt aus urbanen Räumen: Gründächer, Rigolen, Entsiegelung und Regenwasserrückhalte machen Städte widerstandsfähiger gegenüber Starkregen.
Die Schwammlandschaft überträgt dieses Prinzip auf ganze Landschaften. Sie betrachtet Wald, Ackerland, Weinberge, Wege und Siedlungen gemeinsam – und setzt auf vielfältige kleinräumige Strukturen, die Wasser dezentral zurückhalten.
Die Schwammregion Soonwald-Nahe verbindet diese Ansätze zu einem ganzheitlichen Konzept für nachhaltigen Wasserrückhalt im Einzugsgebiet.
Wasser – mal zu wenig, mal zu viel.
Der Klimawandel führt in der Region zunehmend zu extremen Gegensätzen:
Trockenphasen dauern länger an und wenn es regnet, sind es häufiger Starkregenereignisse. Gleichzeitig ist die klimatische Wasserbilanz in vielen Jahren negativ, das heißt, es verdunstet mehr Wasser, als durch Niederschläge neu hinzukommt. Diese Entwicklungen beeinflussen den Wasserhaushalt und erhöhen den Druck auf Böden, Vegetation, Gewässer sowie land- und forstwirtschaftliche Nutzungen.
Eine Schwammregion setzt hier an, indem sie den Wasserrückhalt in der Landschaft verbessert – dezentral, naturbasiert und angepasst an unterschiedliche Nutzungsformen. Ziel ist es, Abfluss zu verlangsamen, Wasser länger in der Fläche zu halten und Versickerung zu unterstützen. So kann der Landschaftswasserhaushalt stabilisiert und die Widerstandsfähigkeit von Böden, Vegetation und Nutzungssystemen gegenüber Trockenheit und Starkregen gestärkt werden.
Herausforderungen
Erosion • Sturzflut • Trockenheit • Entwässerte Landschaft
Maßnahmen
Alle Lösungsansätze im Überblick
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Praxisbeispiele aus der Region
Praxisfelder
Landwirtschaft • Weinbau • Forstwirtschaft