Wasser zurückhalten
Maßnahmen, die Niederschlagswasser in der Fläche halten, anstatt es gebündelt weiterzuleiten
Maßnahmen, die Niederschlagswasser in der Fläche halten, anstatt es gebündelt weiterzuleiten
Wasser zurückzuhalten und kleinteilig zu verteilen ist ein zentrales Prinzip des vorsorgenden Wasserrückhalts. Ziel ist es, Niederschlagswasser so aufzufangen und zu lenken, dass es nicht beschleunigt abfließt oder sich weiter unten im Einzugsgebiet sammelt.
Maßnahmen dieser Kategorie setzen vor allem dort an, wo Wasser früh gebremst, aufgenommen oder in die Fläche verteilt werden kann. Sie schaffen Rückhalt, bevor hohe Abflussmengen entstehen.
Wenn Wasser bereits in oberen und mittleren Lagen zurückgehalten wird, fallen die Abflüsse talwärts geringer aus. So lassen sich Belastungen durch Starkregen mindern und zugleich mehr Wasser für Böden, Vegetation und Grundwasser im Gebiet halten.
Nicht jede Maßnahme passt an jeden Standort. Wirkung und Eignung hängen unter anderem von Boden, Nutzung, Gefälle und den örtlichen Rahmenbedingungen ab. Viele Ansätze sind kleinräumig, kombinierbar und bauen auf bestehenden Strukturen auf.
Maßnahmen lassen sich kombinieren und an unterschiedliche Standorte anpassen. Entscheidend ist ihr Zusammenspiel im Gelände und im Einzugsgebiet. Oft reichen schon kleine, gezielt platzierte Rückhaltestrukturen aus, um Wasser länger in der Fläche zu halten und die Auswirkungen von Starkregen zu mindern.
Kleinrückhalte fangen Niederschlagswasser auf und halten es kurzzeitig oberflächennah zurück. Sie bremsen den Abfluss und geben das Wasser verzögert weiter, wodurch Abflussspitzen gedämpft werden.
Steckbrief „Kleinrückhalte an Wegen“
Steckbrief „Dezentrale Kleinrückhalte“
Mulden und Kleingewässer speichern Wasser und geben es verzögert an Boden und Umgebung ab. Sie fördern je nach Standort Versickerung und Verdunstung und schaffen wertvolle Lebensräume.
Steckbrief „Versickerungsmulden“
Steckbrief „Verdungstungsmulden“
Sie halten Wasser zurück und fangen mitgeführte Sedimente gezielt ab, bevor das Wasser weitergeleitet oder versickert. So schützen sie nachgelagerte Strukturen vor Verschlammung.
Vgl. „Umgang mit Verrohrungen und alternative Wegdurchlässe (Rigolen)“
Temporäre Überflutungsflächen nehmen bei Starkregen gezielt Wasser auf und entlasten unterliegende Bereiche. Das Wasser bleibt kurzfristig in der Fläche und kann anschließend langsam versickern oder schadlos abfließen.
Die Wiedervernässung hebt den Wasserstand auf ehemaligen Feuchtflächen an und hält Wasser länger in der Landschaft. Dadurch stabilisieren sich Bodenwasserhaushalt, Vegetation und natürliche Rückhaltefunktionen.